Sie ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands, ein Gesicht, das Generationen geprägt hat – und mit 82 Jahren ist Uschi Glas aktiver denn je. Am 2. März 2026 feierte sie ihren 82. Geburtstag, und die Schauspielerin ließ sich dabei von einem erfrischend pragmatischen Lebensgefühl leiten: Älterwerden sei für sie kein Grund zur Klage, sondern ein Zeichen, noch da zu sein. Von ihrer Entdeckung durch einen Filmproduzenten in München bis zu ihrem unermiidlichen sozialen Engagement für das Frühstücksprojekt brotZeit – das Leben von Uschi Glas ist so vielseitig wie kaum ein anderes in der deutschen Unterhaltungsgeschichte.
Steckbrief: Uschi Glas
| Bürgerlicher Name | Helga Ursula Glas |
| Geburtsdatum | 2. März 1944 |
| Geburtsort | Landau an der Isar, Bayern |
| Alter (2026) | 82 Jahre |
| Beruf | Schauspielerin, Sängerin, Autorin, Vereinsgründerin |
| Spitzname | Schätzchen |
| Bekannt durch | Zur Sache, Schätzchen (1968), Polizeiinspektion 1, Fack ju Göhte |
| Erste Ehe | Bernd Tewaag (Filmproduzent), 1981–2003 |
| Zweite Ehe | Dieter Hermann (Unternehmensberater), seit 2005 |
| Kinder | Benjamin Tewaag (* 1976), Julia Tewaag, Alexander Tewaag |
| Wohnort | München |
| Soziales Engagement | Gründerin brotZeit e.V. (seit 2009) |
| Auszeichnungen | Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Bayerischer Verdienstorden u.v.m. |
2026: Uschi Glas mit 82 – Aktiv, fit und klar im Kopf
Zum 82. Geburtstag am 2. März 2026 meldete sich Uschi Glas mit Worten zu Wort, die man so deutlich selten von Prominenten hört. Im Interview mit der Bild-Zeitung machte sie klar, dass sie das Älterwerden nicht als Last, sondern als Privileg betrachtet. Wer sich über seinen Geburtstag beklage oder das Älterwerden verteufele, stoße bei ihr auf Unverständnis. Für Glas ist die Formel einfach: Wer noch da ist, hat Grund zur Freude.
Körperlich hält sich die 82-Jährige mit Disziplin fit: Sie absolviert täglich Stretching-Übungen, geht viel zu Fuß und hat Krafttraining in ihren Alltag integriert. Dazu kommt eine bewusste Ernährungsweise. Für Glas ist Altern ein Geschenk, das man aktiv annehmen und gestalten muss – und sie lebt das konsequent vor. Besonders wichtig sei ihr, weiterhin Aufgaben zu haben, die ihr Sinn geben: Die Familie und ihr Vereinsprojekt brotZeit stehen dabei an erster Stelle.
Im Mai 2026 war sie persönlich beim zehnjährigen Jubiläum von brotZeit in der Braunschweiger Region dabei, half bei der Frühstücksausgabe an einer Grundschule in Salzgitter und empfing für ihren Einsatz Ehrungen von Partnerorganisationen. Außerdem wurde bekannt, dass sie im November 2026 den ersten LupoLeo Ehren Award des bundesweit größten Förderpreises für Kinder und Jugendliche erhalten wird – eine Auszeichnung für ihre soziale Lebensleistung.
Kindheit und Jugend: Vom Bayern in die Welt
Uschi Glas wurde am 2. März 1944 als jüngstes von vier Kindern in Landau an der Isar geboren. Die Nachkriegszeit prägte ihre frühe Kindheit – die Familie war bescheiden aufgestellt, und Glas selbst beschreibt ihre Jugend als von einfachen, aber wertvollen Erfahrungen geprägt. Ihr Vater war Mitglied der NSDAP seit 1931 und ab 1944 der Waffen-SS – eine Tatsache, die Glas in späteren Jahren offen thematisiert hat.
Nach der Realschule arbeitete sie zunächst als Buchhalterin, bevor sie 1964 nach München zog. Dort war sie zunächst als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei tätig, tauchte aber schon bald in die Münchner Filmszene ein. Ursprünglich hatte sie sich eine Zukunft als Architektin vorgestellt – doch das Leben hatte andere Pläne.
Der Durchbruch: Wie aus der Sekretärin ein Star wurde
Der Zufall spielte bei Uschi Glas‘ Karriere eine entscheidende Rolle. Bei einer Filmpremiere fiel der renommierte Produzent Horst Wendlandt auf sie – beeindruckt von ihren kritischen Kommentaren über den gezeigten Film. Wendlandt bot ihr eine kleine Rolle in dem Thriller Der unheimliche Mönch (1965) an, dazu einen Siebenjahresvertrag mit professioneller Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz. Ein Karrieresprungbrett, das sie mit beiden Händen ergriff.
Ihre erste Hauptrolle spielte sie als Indianerin Apanatschi in Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966). Den endgültigen Durchbruch brachte 1968 die Filmkomödie Zur Sache, Schätzchen – ein Film, der den Geist der aufmüpfigen Studentengeneration und den Aufbruch der Sexualrevolution einfing. Der Spitzname Schätzchen begleitete Uschi Glas von da an ihr ganzes Leben. Zwischen 1967 und 1977 gewann sie zehnmal in Folge den Leserliebling-Award der mächtigen Teenie-Zeitschrift Bravo – ein Rekord.
Karriere: Vom Kinostar zur Fernsehikone
In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren war Uschi Glas kaum aufzuhalten. Allein 1971 drehte sie neun Spielfilme. Sie spielte in der beliebten Filmreihe Die Lümmel von der ersten Bank (1967–1972), drehte fünf Komödien an der Seite des Sängers Roy Black und bewies, dass sie nicht nur im Kino, sondern auch als Bühnenkünstlerin und Sängerin glänzen konnte. Zusammen mit Produzent Giorgio Moroder erschuf sie mehrere Musikveröffentlichungen.
Ab Mitte der 1970er Jahre verlagerte sich ihr Fokus zunehmend aufs Fernsehen. Von 1977 bis 1988 war sie festes Ensemblemitglied der äußerst populären TV-Serie Polizeiinspektion 1. Es folgten weitere erfolgreiche Serien: Unsere schönsten Jahre (1983–1985) und Zwei Münchner in Hamburg (1989–1993), für die sie zwei österreichische Romy-Awards erhielt, sowie Tierärztin Christine (1993) und Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg (1994–1997). Insgesamt umfasst ihre Filmografie mehr als 75 Film- und TV-Produktionen.
Einen überraschenden Karrierehöhepunkt erlebte sie in den 2010er Jahren: Ihre Rolle als gestresste Lehrerin in der Kinokomödie Fack ju Göhte (2013) – dem damals erfolgreichsten deutschen Film seit Jahren – und deren zwei Sequels (2015, 2017) führten Glas einer völlig neuen, jüngeren Generation vor und bewiesen ihre komödiantische Wandlungsfähigkeit. Zuletzt war sie 2022 in der Netflix-Serie King of Stonks und in einer Folge der Krimireihe Balko zu sehen.
Privatleben: Zwei Ehen, drei Kinder, ein festes Fundament
Uschi Glas war zweimal verheiratet. Ihre erste Ehe mit dem Filmproduzenten Bernd Tewaag dauerte von 1981 bis zur Scheidung 2003. Aus dieser Verbindung stammen ihre drei Kinder: Benjamin Tewaag (geb. 1976), der als Moderator und Schauspieler bekannt wurde, sowie Julia und Alexander Tewaag, die beide ein eher zurückgezogenes Leben führen. Uschi Glas betont in Interviews immer wieder, wie wichtig ihr die enge Bindung zu ihren Kindern und mittlerweile auch zu ihren Enkeln ist.
Seit 2005 ist sie mit dem Unternehmensberater Dieter Hermann verheiratet. Die Verbindung gilt als glücklich und stabil – Hermann ist auch ihr engster Partner im sozialen Engagement: Gemeinsam gründeten sie 2009 den Verein brotZeit. Durch die Ehe wurde Glas außerdem zur Stiefmutter von Sophie Hermann, die in Großbritannien als Influencerin und Modedesignerin bekannt ist und in der Reality-Serie Made in Chelsea auftrat.
brotZeit e.V.: Das soziale Lebenswerk von Uschi Glas
Wenn man heute über Uschi Glas spricht, kommt man an brotZeit e.V. nicht vorbei. 2008 hörte Glas einen Radiobericht, der sie zutiefst erschütterte: Allein in München sollten mehrere tausend Grundschülerinnen und Grundschüler täglich hungrig zur Schule kommen. Sie konnte es kaum glauben und überprüfte die Aussage bei Münchner Schulleitern – alle bestätigten es.
Im Februar 2009 gründete sie daraufhin gemeinsam mit Ehemann Dieter Hermann und dem Münchner Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler den gemeinnützigen Verein brotZeit e.V. Ziel: Bedürftige Kinder an Grund- und Förderschulen täglich mit einem kostenlosen, ausgewogenen Frühstück zu versorgen – zubereitet und begleitet von ehrenamtlichen Senioren, die den Kindern nicht nur Essen, sondern auch Zeit und Zuwendung geben. Was als Münchner Initiative begann, wuchs zu einem bundesweiten Projekt: Heute kooperiert brotZeit mit rund 480 Schulen in 21 Förderregionen, unterstützt von rund 2.800 Ehrenamtlichen. Seit Gründung hat der Verein mehr als 18 Millionen Frühstücke ausgegeben.
Für das Schuljahr 2025/2026 erhielt brotZeit vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales einen Förderzuschuss von 820.000 Euro. Uschi Glas ist weiterhin als Aufsichtsratsvorsitzende aktiv und tritt regelmäßig öffentlich für das Projekt auf. Im November 2026 wird sie für ihr Lebenswerk mit dem ersten LupoLeo Ehren Award ausgezeichnet – dem bundesweit größten Förderpreis für Kinder und Jugendliche.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Geburtstag: 2. März 1944 in Landau an der Isar – feierte am 2. März 2026 ihren 82. Geburtstag
- Durchbruch 1968 mit dem Kultfilm Zur Sache, Schätzchen – Spitzname Schätzchen seitdem ihr Markenzeichen
- 10 Bravo-Leserpreise in Folge (1967–1977) – Teenie-Idol einer ganzen Generation
- Über 75 Film- und TV-Produktionen in mehr als sechs Jahrzehnten Karriere
- Verheiratet seit 2005 mit Dieter Hermann, drei Kinder aus erster Ehe mit Bernd Tewaag
- Gründerin brotZeit e.V. (2009) – heute bundesweit an 480 Schulen aktiv, 18+ Mio. Frühstücke ausgegeben
- Auszeichnungen u.a.: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Bayerischer Verdienstorden, LupoLeo Ehren Award 2026
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie alt ist Uschi Glas 2026?
Uschi Glas wurde am 2. März 1944 geboren und ist seit ihrem Geburtstag im März 2026 82 Jahre alt.
Ist Uschi Glas noch verheiratet?
Ja. Uschi Glas ist seit 2005 mit dem Unternehmensberater Dieter Hermann verheiratet. Es ist ihre zweite Ehe; zuvor war sie von 1981 bis 2003 mit Filmproduzent Bernd Tewaag verheiratet.
Wie viele Kinder hat Uschi Glas?
Uschi Glas hat drei Kinder aus ihrer ersten Ehe: Benjamin Tewaag (geb. 1976), Julia Tewaag und Alexander Tewaag.
Was ist brotZeit und wann hat Uschi Glas den Verein gegründet?
brotZeit e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der bedürftige Kinder an Grund- und Förderschulen bundesweit mit kostenlosen Frühstücken versorgt. Uschi Glas gründete ihn 2009 gemeinsam mit Ehemann Dieter Hermann und Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler. Heute sind rund 480 Schulen und 2.800 Ehrenamtliche am Projekt beteiligt.
Dreht Uschi Glas 2026 noch Filme?
Größere Film- oder TV-Ankündigungen für 2026 liegen derzeit nicht vor. Ihr letzter bekannter TV-Auftritt war 2022 in der Netflix-Serie King of Stonks und in einer Folge der Krimireihe Balko. Öffentlich aktiv ist sie weiterhin für brotZeit e.V.
Welche Auszeichnungen hat Uschi Glas erhalten?
Zu den wichtigsten Auszeichnungen zählen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Bayerische Verdienstorden, die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Im November 2026 erhält sie den erstmals verliehenen LupoLeo Ehren Award für ihr soziales Lebenswerk.
Was ist der berühmteste Film von Uschi Glas?
Ihr bekanntester Film ist Zur Sache, Schätzchen (1968), der ihr den Spitznamen Schätzchen einbrachte und sie zur Kultfigur des deutschen Kinos machte. Jüngere Zuschauer kennen sie vor allem aus der Komödie Fack ju Göhte (2013) und ihren zwei Sequels.
Fazit
Uschi Glas ist eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die in nahezu jedem Jahrzehnt seit den 1960er Jahren für Aufsehen gesorgt haben – und das auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Mit 82 Jahren verbindet sie eine beispiellose Karriere mit einem sozialen Engagement, das weit über das Übliche hinausgeht. Ihr brotZeit-Verein hat bis heute mehr als 18 Millionen Frühstücke an bedürftige Kinder ausgegeben – ein Vermächtnis, das mindestens so bedeutend ist wie jede ihrer Filmrollen. Dass sie das alles mit einer Leichtigkeit und Dankbarkeit trägt, die in ihren Worten über das Älterwerden spürbar wird, macht Uschi Glas zu einer Persönlichkeit, die weit über den Tellerrand des Showgeschäfts hinausstrahlt.
