Torsten Sträter

Torsten Sträter 2025/2026: Absagen, Bruder-Tod & neues Bühnenprogramm

Er ist der Mann mit der schwarzen Wollmütze, dem trockenen Witz und dem Gespür für die leisen Tragödien des Alltags. Doch ausgerechnet Torsten Sträter einer der beliebtesten und profiliertesten Kabarettisten Deutschlands musste seinen Fans zuletzt schlechte Nachrichten übermitteln: Absagen, eine ernste Erkrankung, der Tod seines Bruders und ein neues Bühnenprogramm, das all das überschattet.

Die Tour-Absagen: Mehr als 20 Auftritte ersatzlos gestrichen

Im Januar 2026 teilte das Management von Torsten Sträter auf seiner offiziellen Website mit, dass alle geplanten Auftritte im Zeitraum Januar bis März 2026 nicht stattfinden können. Betroffen waren mehr als 20 Shows seiner laufenden Tour „Mach mal das große Licht an“ darunter Auftritte in Bochum, Bamberg, Göttingen, Düsseldorf, Essen und der Kölner Lanxess-Arena.

Als Grund nannte das Management eine Erkrankung, die eine „längerfristige Regenerationsphase“ erfordere. Nähere Angaben zur Art der Krankheit wurden bewusst nicht gemacht. In der offiziellen Erklärung hieß es: „Das Management bittet darum, die Privatsphäre des Künstlers zu respektieren und von weiteren Nachfragen abzusehen.“

Für Ticketinhaber bedeutete das: keine Ersatztermine. Aufgrund der hohen Anzahl betroffener Veranstaltungen war eine Umplanung schlicht nicht möglich. Fans wurden gebeten, Rückerstattungen direkt über ihre Ticketanbieter oder Veranstalter zu beantragen. Alle Auftritte nach März 2026 sollten planmäßig stattfinden was später auch bestätigt wurde.

Der Tod des Bruders: „Mit die heftigsten Tage meines Lebens“

Schon bevor die Tourpause bekannt wurde, hatte Torsten Sträter 2025 einen tiefen persönlichen Einschnitt erlebt: den Tod seines älteren Bruders. Im „Feinstoff“-Podcast von Guido Maria Kretschmer sprach er offen darüber so offen, wie man es von ihm kennt.

Meine letzten zehn Tage waren mit die heftigsten meines Lebens“, sagte Sträter. „Das war so tragisch. Mein Bruder ist gestorben am Freitag, dem 13. was für ein bitteres Klischee.“ Besonders bewegend: Seinen 60. Geburtstag konnte er nicht feiern, denn an diesem Tag wurde sein Bruder eingeäschert.

Sträter beschrieb auch, wie er mit Trauer umgeht: Er brauche in solchen Momenten Aufgaben, Struktur, etwas, das ihn beschäftigt. Andernfalls, so der Comedian, überwältigten ihn die Gefühle. Eine Aussage, die zeigt, wie ernst er seinen eigenen seelischen Haushalt nimmt und wie sehr der öffentliche Sträter oft hinter dem privaten Menschen zurücksteht.

Tumor-Diagnose 2026: Sträter geht erneut offen mit Krankheit um

Im April 2026 wurde bekannt, dass bei Torsten Sträter ein Tumor diagnostiziert worden war und er sich in medizinischer Behandlung befindet. Damit reiht sich diese Diagnose in eine Serie schwieriger Monate ein und erklärt rückblickend auch die Ernsthaftigkeit der Tourpause zu Jahresbeginn.

Für Sträter ist der offene Umgang mit Gesundheitsthemen keine Ausnahme, sondern Programm. Bereits seit Jahren spricht er öffentlich über seine Depressionserkrankung, die ihn in den 1990er-Jahren stark belastet hatte. Seit 2018 ist er Schirmherr der Deutschen Depressionsliga. 2022 erhielt er gemeinsam mit Kurt Krömer den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für ein TV-Gespräch über Depression in der RBB-Sendung „Chez Krömer“, das Millionen Menschen berührte.

Im März 2025 hatte er gegenüber dem Portal DasGehirn.info noch erklärt, er sei in der Regel „ein hochfunktionaler depressiver Mensch“ und könne trotz seiner Erkrankung die meisten Termine wahrnehmen. Die Tumor-Diagnose stellte diese Selbsteinschätzung dann auf eine härtere Probe.

„Mach mal das große Licht an“: Was steckt im neuen Bühnenprogramm?

Trotz aller Rückschläge ist Torsten Sträter künstlerisch so produktiv wie eh und je. Sein aktuelles Bühnenprogramm „Mach mal das große Licht an“ ist längst ein Publikumserfolg viele Shows waren lange im Voraus ausverkauft. Sträter selbst beschreibt es so: „Es ist die Siebträgermaschine unter den Programmen: Druck, Dampf, Glanz, Aroma alles drin!“

Inhaltlich fragt das Programm nach den großen Dingen des Lebens: Wie führe ich ein gutes Leben? Was kommt danach? Und: „Wie lauten die besten sechs der vier großen mathematischen Regeln?“ typisch Sträter, das Existenzielle mit dem Absurden zu verbinden. Er nennt es selbst „zu albern für Kabarett, für Comedy aber ganz clever“.

Die Tour läuft noch bis September 2028 weiter und führt Sträter in Arenen quer durch Deutschland von der Westfalenhalle Dortmund bis zur Lanxess-Arena Köln. Parallel dazu erscheint Ende August 2026 ein neues Buch: „Mach mal das große Leselicht an“ ein weiterer Baustein in seiner langen Reihe von Spiegel-Bestsellern.

Neues Programm „Die Zyklopen von Saint-Tropez“: Sträter denkt schon weiter

Wer glaubt, Sträter beschränkt sich auf das Laufende, unterschätzt ihn. Ab Herbst 2026 startet er mit einem brandneuen Bühnenprogramm: „Die Zyklopen von Saint-Tropez“. Die Tour dazu führt ihn von September 2026 bis weit ins Jahr 2028 durch Deutschland, Österreich und weitere Nachbarländer.

Das neue Programm markiert laut Beobachtern einen Übergang: weg vom kontemplativen Ton von „Mach mal das große Licht an“, hin zu etwas, das noch unbekannter und überraschender klingt. Schon der Titel deutet auf Sträters charakteristisches Spiel mit dem Absurden hin. Tickets sind bereits im Vorverkauf erhältlich, erste Termine waren schnell vergriffen.

Sträter im TV: „Das Gipfeltreffen“ und weitere Auftritte

Parallel zur Tour bleibt Torsten Sträter eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Im Januar 2026 wurde im MDR die Show „Das Gipfeltreffen Best of 2025“ ausgestrahlt, in der er gemeinsam mit Olaf Schubert und Johann König die Welt zu retten versuchte auf seine Art, versteht sich. Im März 2026 folgte ein Auftritt bei der „HumorZone 2025 Die Gala“ im MDR, erneut an der Seite namhafter Kollegen wie Lisa Eckhart und Bodo Wartke.

Seine WDR-Sendung „Sträter“ hat ihm eine treue Fangemeinde aufgebaut. In ihr empfängt er Gäste so unterschiedlich wie Kurt Krömer, Harald Schmidt oder Wladimir Kaminer immer in dem gemütlichen, leicht chaotischen Sträter-Universum, das sich woanders so nicht findet.

Fazit: Ein Jahr zwischen Schmerz, Stärke und Bühne

Torsten Sträter hat 2025 und 2026 Monate erlebt, die er sicher nicht vergessen wird: der Tod seines Bruders, eine schwere Erkrankung, eine Tumor-Diagnose und über 20 abgesagte Shows. Und doch steht er wieder auf der Bühne mit einem ausverkauften Programm, einem neuen Buch und einem weiteren Programm bereits in der Startlöchern.

Das ist der eigentliche Torsten Sträter: nicht trotz der Schwere, sondern mit ihr. Ein Kabarettist, der die Melancholie nicht versteckt, sondern zum Stoff macht. Und der damit mehr Menschen berührt als die meisten, die einfach nur Lachen versprechen.

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