Eva Braun

Eva Braun: Die geheime Geliebte, die Hitler einen Tag vor ihrem Tod heiratete

Fast 15 Jahre lang war sie die Frau an der Seite eines der mächtigsten und meistgehassten Männer der Weltgeschichte – und trotzdem kannte sie in Deutschland fast niemand. Eva Braun lebte im Verborgenen, während Adolf Hitler öffentlich als „Führer“ inszeniert wurde, der angeblich keine Zeit für Privatleben habe. Erst in den letzten Stunden des Zweiten Weltkriegs, tief unter den Trümmern Berlins, wurde aus der jahrelangen geheimen Beziehung eine Ehe. Wer war die Frau, die Adolf Hitler heiratete, um wenig mehr als einen Tag später gemeinsam mit ihm in den Tod zu gehen?

Wer war Eva Braun?

Eva Anna Paula Braun wurde am 6. Februar 1912 in München als Tochter eines Lehrers geboren und wuchs in einem bürgerlichen Elternhaus auf. Nach dem Besuch eines Lyzeums absolvierte sie ab 1928 eine einjährige Ausbildung an einer Kloster-Handelsschule in Simbach am Inn. Nach ihrem Schulabschluss 1929 arbeitete sie zunächst kurz als Arzthelferin, bevor sie noch im selben Jahr als Fotolaborantin und Bürogehilfin im Münchner Fotoatelier von Heinrich Hoffmann begann, der als offizieller Fotograf der NSDAP tätig war und Hitler persönlich nahestand.

In diesem Atelier lernte die 17-jährige Eva Braun im Herbst 1929 Adolf Hitler kennen, der ihr zunächst unter dem Decknamen „Herr Wolf“ vorgestellt wurde und zu diesem Zeitpunkt bereits Parteichef der NSDAP war – 40 Jahre alt und 23 Jahre älter als Braun. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich ab etwa 1931/1932 eine engere Beziehung, die Hitler zeit seines Lebens strikt geheim hielt – aus Kalkül, wie Historiker übereinstimmend annehmen: Das von der NS-Propaganda gepflegte Bild des unverheirateten, der Nation „geweihten“ Führers ohne Privatleben sollte nicht durch eine reale Partnerin gestört werden.

Ein Leben im Schatten der Öffentlichkeit

Eva Braun trat in der Öffentlichkeit praktisch nie in Erscheinung. Bei offiziellen Anlässen und Staatsbesuchen musste sie im Hintergrund bleiben, durfte nicht neben Hitler gesehen werden und wurde in der Presse nie als seine Partnerin genannt. Selbst die meisten führenden Nationalsozialisten trafen sie nur selten; viele Deutsche erfuhren erst nach Kriegsende überhaupt von ihrer Existenz.

Ihr Alltag spielte sich vor allem auf dem Berghof am Obersalzberg bei Berchtesgaden ab, Hitlers privatem Rückzugsort in den bayerischen Alpen, wo sie ab 1936 lebte, dort aber nach außen nie offiziell als Gastgeberin auftreten durfte. In den frühen 1930er-Jahren unternahm Eva Braun zwei belegte Suizidversuche: im November 1932 mit einer Schusswaffe und im Mai 1935 mit einer Überdosis Schlaftabletten. Beide Vorfälle sind historisch dokumentiert, ihre genaue Motivation wird in der Forschung jedoch unterschiedlich bewertet. Ein Teil der Historiker liest sie als sogenannten Appellationssuizid – also als Hilferuf, um sich Hitlers Aufmerksamkeit und Zuneigung zu sichern, nachdem sie sich durch seine seltenen Besuche vernachlässigt fühlte – ohne dass eine tatsächliche Absicht zu sterben im Vordergrund gestanden habe. Belegt ist jedenfalls, dass Hitler sich nach dem zweiten Vorfall vom behandelnden Arzt versichern ließ, es habe sich nicht um eine Vortäuschung gehandelt, und er in der Folge den Kontakt zu Braun deutlich intensivierte: Er ließ ihr eine Villa in München sowie einen Wagen mit Chauffeur zur Verfügung stellen.

Braun interessierte sich für Fotografie und Film und schuf einen Großteil der erhaltenen privaten Farbaufnahmen und Filme aus Hitlers Umfeld. In biografischen Darstellungen wird sie zudem häufig als sportlich, modebewusst und auf ihr Äußeres bedacht beschrieben – etwa mit Vorlieben für Sport, Sonnenbaden und Kino –, was in deutlichem Kontrast zur asketischen Selbstinszenierung Hitlers gestanden habe.

Der Weg in den Führerbunker

Hitler zog sich am 16. Januar 1945 dauerhaft in den Führerbunker unter der Reichskanzlei zurück, nachdem die oberirdischen Gebäude durch alliierte Bombenangriffe zunehmend gefährdet waren. Eva Braun reiste am 7. März 1945 gegen seinen ausdrücklichen Willen von München nach Berlin, um bei ihm zu sein, und bezog Mitte April ein eigenes Zimmer im Bunker. Trotz Aufforderungen aus ihrer Familie, die Stadt wieder zu verlassen, blieb sie bis zuletzt – auch als sich die Rote Armee im Rahmen der Schlacht um Berlin bereits bis in die Innenstadt vorkämpfte.

In den letzten Apriltagen 1945 lebten beide, umgeben von wenigen engen Vertrauten wie Joseph Goebbels und dessen Familie sowie Martin Bormann, in den engen, fensterlosen Räumen des Bunkers, während oben die Schlacht um Berlin tobte.

Die Hochzeit in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945

In der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, während sowjetische Truppen bereits nur noch wenige hundert Meter vom Bunker entfernt kämpften, ließ sich Adolf Hitler mit Eva Braun standesamtlich trauen. Die Zeremonie fand gegen Mitternacht beziehungsweise in den frühen Morgenstunden des 29. April in einem kleinen Konferenzraum des Bunkers statt.

Getraut wurden die beiden von Walter Wagner, einem NSDAP-Funktionär, der als Stadtrat in Berlin-Pankow tätig war und eigens in den Bunker gebracht wurde, um dort auf Anweisung von Joseph Goebbels kurzerhand als Standesbeamter zu fungieren. Angesichts der „außergewöhnlichen Umstände“ des Krieges wurden die üblichen Fristen für das Aufgebot mündlich beantragt und erlassen. Als Trauzeugen fungierten Joseph Goebbels und Martin Bormann. In der erhaltenen Heiratsurkunde bestätigten beide Brautleute mit einem „Ja“, die Ehe eingehen zu wollen – anschließend erklärte Wagner die Ehe für rechtsgültig geschlossen. Wagner selbst kam nur wenige Stunden nach der Trauung, am 29. oder 30. April 1945, während der Kämpfe um Berlin ums Leben.

Nach der kurzen Zeremonie soll es im Bunker einen bescheidenen Empfang mit Sekt und Erinnerungen an vergangene Zeiten gegeben haben, während draußen weiterhin Granaten einschlugen. Noch in derselben Nacht diktierte Hitler sein politisches und privates Testament, das er am folgenden Tag unterzeichnete – darin bezeichnete er Eva Braun erstmals offiziell als seine Ehefrau.

Nur wenige Stunden als Ehepaar

Die Ehe zwischen Adolf Hitler und Eva Braun sollte nicht einmal 40 Stunden dauern. Am Nachmittag des 30. April 1945, während die Rote Armee bereits Teile der Reichskanzlei erreicht hatte, begingen beide gemeinsam Suizid in einem Wohnraum des Bunkers: Eva Braun nahm sich mit einer Zyankali-Kapsel das Leben, Hitler erschoss sich. Gemäß seiner zuvor gegebenen Anweisung wurden die Leichname anschließend durch den Notausgang in den Garten der Reichskanzlei getragen, mit Benzin übergossen und verbrannt.

Die sterblichen Überreste wurden später von sowjetischen Truppen geborgen. Nach mehreren Umbettungen an unterschiedlichen Orten in der DDR ließ der sowjetische Geheimdienst KGB die Überreste in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1970 bei Schönebeck endgültig verbrennen und die Asche anschließend in die Ehle, einen Nebenfluss der Elbe bei Biederitz nahe Magdeburg, schütten – um jede Möglichkeit eines späteren Wallfahrtsortes auszuschließen. Dieser Vorgang wurde erst nach der Öffnung der sowjetischen Archive in den 1990er-Jahren bekannt und später durch russische Sicherheitsbehörden offiziell bestätigt.

Warum heiratete Hitler Eva Braun erst am Ende?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem einzelnen belegten Fakt beantworten, sondern nur mit der Einordnung, die die historische Forschung übereinstimmend vornimmt: Die gängige Deutung besagt, dass Hitler eine offizielle Ehe über Jahre bewusst vermied, weil sie nicht zu seinem propagandistisch aufgebauten Image passte – der „Führer“ sollte als Symbolfigur erscheinen, die sich ganz dem „Volk“ widmet, ohne private Bindungen. Erst als der Krieg unwiderruflich verloren war, entfiel dieses Kalkül. Als gesicherter Fakt gilt in diesem Zusammenhang, dass Hitler die Heirat in sein am selben Tag verfasstes Testament einbettete und Braun darin ausdrücklich als seine Ehefrau benannte – ein Hinweis darauf, dass die Eheschließung auch der formalen und testamentarischen Absicherung Brauns diente.

Häufig gestellte Fragen zu Eva Braun

Wann und wo wurde Eva Braun geboren?

Eva Braun wurde am 6. Februar 1912 in München geboren.

Wann lernte Eva Braun Adolf Hitler kennen?

Die beiden lernten sich im Herbst 1929 im Münchner Fotoatelier von Heinrich Hoffmann kennen, wo Braun als Assistentin arbeitete.

Wann heirateten Hitler und Eva Braun?

Die standesamtliche Trauung fand in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 im Führerbunker unter der Reichskanzlei in Berlin statt.

Wer traute das Paar?

Der NSDAP-Funktionär Walter Wagner vollzog auf Anweisung von Joseph Goebbels die Trauung; Trauzeugen waren Joseph Goebbels und Martin Bormann.

Wann und wie starben Eva Braun und Adolf Hitler?

Beide begingen am 30. April 1945 gemeinsam Suizid – Eva Braun durch eine Zyankali-Kapsel, Adolf Hitler durch einen Schuss.

Wie lange waren Hitler und Eva Braun verheiratet?

Die Ehe bestand weniger als 40 Stunden, von der Nacht des 29. April bis zum Suizid am Nachmittag des 30. April 1945.

Fazit

Die Geschichte von Eva Braun ist die Geschichte einer Frau, die freiwillig im Schatten eines Diktators lebte – jahrelang unsichtbar für die Öffentlichkeit, bis sie in den letzten Stunden des NS-Regimes für kurze Zeit offiziell seine Ehefrau wurde. Die Hochzeit im Führerbunker, nur einen Tag vor dem gemeinsamen Suizid, markiert damit weniger einen Neuanfang als den symbolischen Schlusspunkt eines über 15 Jahre lang geheim gehaltenen Lebensabschnitts.

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