Beate Rehhagel im Werder-Podcast ist der Kern einer der charmantesten Anekdoten aus der Vereinsgeschichte von SV Werder Bremen: 1989 holte sie den späteren Bundesliga-Verteidiger Manfred Bockenfeld persönlich vom Flughafen ab, fuhr mit ihm durch Bremen und das Umland und lud ihn zu Kaffee bei den Rehhagels zu Hause ein – noch bevor überhaupt ein Vertrag unterschrieben war. Die Geschichte wurde 2019 in Episode #51 des WERDER-PODCAST von Bockenfeld selbst erzählt und zeigt, welche Rolle Beate Rehhagel im Hintergrund der Transferpolitik ihres Mannes, Trainerlegende Otto Rehhagel, tatsächlich spielte.
Steckbrief: Die Fakten im Überblick
| Beteiligte Personen | Beate Rehhagel, Otto Rehhagel, Manfred Bockenfeld, Mirko Votava |
| Podcast | WERDER-PODCAST, Episode #51 |
| Veröffentlichung | Dezember 2019 |
| Ort des Treffens | Bremen und Umland, Privathaus der Familie Rehhagel |
| Zeitlicher Kontext | Frühjahr 1989, vor dem Wechsel zu Werder Bremen |
| Vorheriger Verein von Bockenfeld | SV Waldhof Mannheim |
| Transferabschluss | März 1989, nach Bremer Heimsieg gegen Waldhof Mannheim |
| Werder-Zugehörigkeit Bockenfeld | 1989 bis 1994 |
| Erfolge mit Werder | 2× DFB-Pokal, 1× Deutsche Meisterschaft, Europapokal der Pokalsieger 1992 |
| Bundesliga-Bilanz gesamt | 336 Spiele, 34 Tore |
Wer ist Beate Rehhagel und welche Rolle spielt sie in dieser Geschichte?
Beate Rehhagel ist die Ehefrau von Otto Rehhagel, der Werder Bremen von 1981 bis 1995 trainierte und mit dem Klub zwei Deutsche Meisterschaften sowie 1992 den Europapokal der Pokalsieger gewann. Im Werder-Podcast wird deutlich, dass sie bei Verpflichtungen keineswegs nur Zuschauerin war: Laut Mirko Votava, langjährigem Mitspieler Bockenfelds, stellte sie regelmäßig den ersten persönlichen Kontakt zu potenziellen Neuzugängen her – noch bevor Otto Rehhagel selbst in Erscheinung trat.
Was geschah konkret bei der Stadtrundfahrt mit Beate Rehhagel?
Als Manfred Bockenfeld 1989 nach Bremen flog, um sich mit Werder Bremen über einen möglichen Wechsel auszutauschen, wartete nicht Otto Rehhagel am Flughafen, sondern seine Frau Beate. Gemeinsam fuhren sie durch die Stadt und das Bremer Umland, besuchten anschließend das Privathaus der Rehhagels und verbrachten dort bei Kaffee einen halben Tag miteinander. Otto Rehhagel selbst bekam Bockenfeld an diesem Tag nur für wenige Augenblicke zu Gesicht, da er sich kurz angebunden zum Werder-Training verabschiedete – Bockenfeld blieb, wie er im Podcast erzählt, „einigermaßen verdutzt“ zurück.
Warum wollte Otto Rehhagel Manfred Bockenfeld schon Jahre zuvor verpflichten?
Der Kontakt zwischen Otto Rehhagel und Bockenfeld reichte laut Podcast bereits weiter zurück: Schon nach dem Abstieg von Fortuna Düsseldorf im Jahr 1987 hatte Rehhagel Interesse gezeigt, den Rechtsverteidiger in den Norden zu holen. Bockenfeld wechselte zu diesem Zeitpunkt jedoch zunächst zum SV Waldhof Mannheim, wo er nicht restlos glücklich wurde. Erst zwei Jahre später, im Frühjahr 1989, nahm der Transfer nach Bremen konkrete Form an – eingeleitet durch die besagte Stadtrundfahrt mit Beate Rehhagel.
Wie kam es zum endgültigen Wechsel zu Werder Bremen?
Nach dem Treffen mit Beate Rehhagel dauerte es noch einige Wochen, bis der Wechsel offiziell besiegelt wurde. Erst im Anschluss an einen Bremer Heimsieg im März 1989 gegen den SV Waldhof Mannheim – Bockenfelds damaligen Verein – machten die Klubverantwortlichen von Werder Bremen den Transfer für die kommende Saison endgültig fest. Bockenfeld spielte anschließend von 1989 bis 1994 für Werder und wurde Teil jener legendären grün-weißen Mannschaft, die zwei DFB-Pokalsiege, die Deutsche Meisterschaft und 1992 den Europapokal der Pokalsieger gewann.
Was verriet Mirko Votava über Beate Rehhagels Einfluss auf Transfers?
Bockenfelds späterer Werder-Mitspieler Mirko Votava lieferte im Podcast die Erklärung für den ungewöhnlichen Ablauf: „Den ersten Kontakt stellt immer Frau Rehhagel her“, erinnerte sich Bockenfeld an Votavas Worte. Und weiter: Hätte Beate Rehhagel nach dem gemeinsamen Nachmittag zu ihrem Mann gesagt, der Kandidat passe nicht, wäre eine Verpflichtung ausgeschlossen gewesen – unabhängig von der sportlichen Qualität des Spielers. Die Anekdote zeigt, dass Beate Rehhagel eine Art informelle erste Instanz bei Werders Transferentscheidungen der Rehhagel-Ära war.
Wer ist Manfred Bockenfeld, der Hauptgast der Podcast-Folge?
Manfred Bockenfeld, geboren im westfälischen Oeding, begann seine Karriere beim 1. FC Bocholt und wechselte 1981 zu Fortuna Düsseldorf, ehe ihn der Weg über Waldhof Mannheim 1989 zu Werder Bremen führte. Mit 336 Bundesliga-Einsätzen und 34 Toren zählt er zu den erfahrensten Abwehrspielern seiner Generation. Er nahm zudem mit der westdeutschen Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles teil, bei denen rund 6.800 Athletinnen und Athleten aus 140 Ländern antraten. Im WERDER-PODCAST blickte er ausführlich auf seine Karriere zurück, darunter auch auf seinen Bocholter Entdecker Friedel Elting, den er als „väterlichen Freund“ bezeichnete.
Das Wichtigste in Kürze
- Beate Rehhagel holte Manfred Bockenfeld 1989 persönlich vom Flughafen ab und stellte den ersten Kontakt zu Werder Bremen her.
- Gemeinsam unternahmen sie eine Stadtrundfahrt durch Bremen und tranken anschließend Kaffee im Privathaus der Rehhagels.
- Otto Rehhagel selbst zeigte sich an diesem Tag nur kurz.
- Laut Mitspieler Mirko Votava traf Beate Rehhagel bei Neuzugängen faktisch eine informelle Vorentscheidung.
- Der Transfer wurde erst im März 1989 offiziell besiegelt.
- Bockenfeld spielte bis 1994 für Werder und gewann u. a. den Europapokal der Pokalsieger 1992.
- Die Geschichte wurde in Episode #51 des WERDER-PODCAST öffentlich gemacht.
Häufig gestellte Fragen
In welcher Podcast-Folge erzählt Manfred Bockenfeld von Beate Rehhagel?
Die Geschichte stammt aus Episode #51 des offiziellen WERDER-PODCAST, veröffentlicht im Dezember 2019.
Warum holte Beate Rehhagel Manfred Bockenfeld ab und nicht Otto Rehhagel?
Laut Mitspieler Mirko Votava stellte Beate Rehhagel bei Neuverpflichtungen grundsätzlich den ersten persönlichen Kontakt her, bevor Otto Rehhagel selbst aktiv wurde.
Wann wechselte Manfred Bockenfeld offiziell zu Werder Bremen?
Der Transfer wurde im März 1989 nach einem Bremer Heimsieg gegen Waldhof Mannheim endgültig festgemacht; Bockenfeld spielte anschließend bis 1994 für den Klub.
Welche Titel gewann Manfred Bockenfeld mit Werder Bremen?
Er gewann zweimal den DFB-Pokal, einmal die Deutsche Meisterschaft und 1992 den Europapokal der Pokalsieger.
Fazit
Die Anekdote um Beate Rehhagel im Werder-Podcast zeigt eine bislang wenig bekannte Facette der Ära Otto Rehhagel bei Werder Bremen: Transferentscheidungen wurden nicht allein auf dem Trainingsplatz getroffen, sondern begannen mitunter mit einer Stadtrundfahrt und einer Tasse Kaffee im Hause Rehhagel. Für Manfred Bockenfeld war dieser ungewöhnliche erste Kontakt der Auftakt zu fünf erfolgreichen Jahren bei Werder Bremen – inklusive Meisterschale und Europapokal.
