Lola rennt (1998): Handlung, Besetzung, Drehorte und Erfolg des Kultfilms
„Lola rennt“ ist ein Film von Tom Tykwer aus dem Jahr 1998 und gilt als einer der bekanntesten deutschen Kinofilme der späten 1990er Jahre. Der Thriller erzählt dieselben 20 Minuten dreimal, jedes Mal mit einem anderen Ausgang. Franka Potente spielt Lola, Moritz Bleibtreu ihren Freund Manni.
Worum geht es in „Lola rennt“?
Der Film spielt in Berlin. Manni arbeitet als Kurier für einen Hehler und ruft Lola aus einer Telefonzelle an. Er hat eine Tüte mit 100.000 Mark in der U-Bahn liegen lassen. Ein Obdachloser hat sie vermutlich mitgenommen. Manni muss das Geld um Punkt 12:00 Uhr abliefern, sonst will er den Supermarkt gegenüber überfallen. Lola hat 20 Minuten Zeit, das Geld zu beschaffen, und beschließt, ihren Vater zu fragen, den Filialleiter der fiktiven „Deutschen Transfer Bank“. Danach rennt sie los. Der Film zeigt diesen Lauf dreimal, mit kleinen Unterschieden, die jedes Mal zu einem anderen Ergebnis führen.
Wie endet „Lola rennt“? (Spoiler)
Im ersten Lauf kommt Lola zu spät, beteiligt sich am Überfall und wird von einem Schuss der Polizei tödlich getroffen. Im zweiten Lauf erzwingt sie das Geld von ihrem Vater, doch Manni wird von einem Rettungswagen überfahren. Im dritten Lauf gewinnt sie im Casino bei Roulette zweimal hintereinander auf die Zahl 20 und erhält fast 130.000 Mark. Manni bekommt das Geld vom Obdachlosen zurück und liefert es ab. Am Ende gehen beide gemeinsam davon.
Wer spielt in „Lola rennt“ mit?
Die wichtigsten Rollen und Beteiligten:
- Franka Potente als Lola
- Moritz Bleibtreu als Manni
- Herbert Knaup als Lolas Vater
- Nina Petri als Frau Hansen
- Joachim Król als Obdachloser Norbert von Au
- Armin Rohde als Wachmann Herr Schuster
- Heino Ferch als Ronnie
- Monica Bleibtreu, die Mutter von Moritz Bleibtreu, als blinde Frau
- Hans Paetsch als Erzähler
Regie und Drehbuch stammen von Tom Tykwer, produziert wurde der Film von Stefan Arndt für die Berliner Firma X Filme Creative Pool. Frank Griebe führte die Kamera, Mathilde Bonnefoy den Schnitt. Verleih war Prokino.
Wo wurde „Lola rennt“ gedreht?
Der Film wurde im Sommer 1997 in Berlin und Umgebung gedreht. Die Laufstrecke im Film ist fiktiv, denn die Orte liegen in der Stadt verstreut. Bekannte Drehorte sind:
- Oberbaumbrücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain
- Die ehemalige Geschäftszentrale der Dresdner Bank am Bebelplatz, die für die Bank des Vaters diente und heute das Hotel de Rome beherbergt
- Das Foyer des Rathauses Schöneberg für die Casinoszene
- Die Kreuzung Greifenhagener Straße und Buchholzer Straße in Prenzlauer Berg für die Szene mit der Glasscheibe
Welcher Film inspirierte „Lola rennt“?
Tykwer ließ sich vom Film „Der Zufall möglicherweise“ des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski inspirieren. Dieser Film von 1981 erzählt ebenfalls eine Geschichte in mehreren Varianten. Er wurde wegen der polnischen Zensur erst 1987 gezeigt und dauert 120 Minuten, also deutlich länger als „Lola rennt“.
Wie erfolgreich war „Lola rennt“?
Der Film kam am 20. August 1998 mit 208 Kopien in die deutschen Kinos. Laut filmportal.de sahen ihn in der ersten Woche 360.000 Zuschauer, in der dritten Woche stand er auf Platz 1 der Kinocharts. Insgesamt kamen laut Medienberichten mehr als 2 Millionen Besucher. In den USA spielte er laut filmportal.de rund sieben Millionen US-Dollar ein, nur „Das Boot“ erzielte dort als deutschsprachiger Film bessere Zahlen. Das Budget lag laut Wikipedia bei rund 3,5 Millionen D-Mark. Bei den Filmfestspielen von Venedig lief er am 4. September 1998. Deutschland schickte ihn als Kandidaten für den Oscar als bester fremdsprachiger Film ins Rennen, er wurde aber nicht nominiert.
Welche Preise hat „Lola rennt“ gewonnen?
1999 gewann der Film beim Deutschen Filmpreis den Preis in Gold als bester Film. Außerdem wurden Tom Tykwer als bester Regisseur, Frank Griebe für die beste Kamera, Mathilde Bonnefoy für den besten Schnitt sowie Nina Petri und Herbert Knaup als Nebendarsteller ausgezeichnet. Franka Potente erhielt den Publikumspreis als Schauspielerin des Jahres. Zu den weiteren Auszeichnungen zählen der Publikumspreis des Sundance Film Festival 1999 für den besten ausländischen Film, der Bambi 1998 und der Bayerische Filmpreis 1998.
Wer hat die Musik gemacht?
Die Techno- und Trance-Musik schufen Tom Tykwer, Johnny Klimek und Reinhold Heil. Den Titelsong „Wish (Komm zu mir)“ sang Franka Potente zusammen mit Thomas D. Der Soundtrack gibt dem Film sein hohes Tempo.
Gibt es Wiederaufführungen und ein Remake?
Ja. Der Film wurde in 4K restauriert und lief am 3. Juni 2025 im Rahmen der Reihe „Best of Cinema“ für einen Tag erneut im Kino. Die Berlinale zeigte ihn am 17. Februar 2026 in einer Retrospektive. 2020 kündigte die indische Firma Ellipsis Entertainment ein Hindi-Remake mit Taapsee Pannu und Tahir Raj Bhasin an.
FaQs
Wer hat „Lola rennt“ gedreht?
Regie und Drehbuch stammen von Tom Tykwer.
Wann kam „Lola rennt“ ins Kino?
Am 20. August 1998 in Deutschland.
Wie lang ist „Lola rennt“?
Rund 81 Minuten.
Ab welchem Alter ist „Lola rennt“ freigegeben?
Der Film hat eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren.
Wo spielt „Lola rennt“?
In Berlin.
Wie viele Zuschauer hatte „Lola rennt“?
In Deutschland sahen den Film laut Medienberichten mehr als 2 Millionen Menschen.
Fazit
„Lola rennt“ ist ein deutscher Kultfilm von Tom Tykwer, der 1998 Kritik und Publikum begeisterte. Die dreifach erzählte Geschichte, der Techno-Soundtrack und die Berliner Schauplätze machten ihn zum internationalen Erfolg. Mit mehr als 2 Millionen Besuchern in Deutschland und zahlreichen Preisen, darunter dem Deutschen Filmpreis in Gold, gehört er zu den erfolgreichsten deutschen Filmen seiner Zeit.
