Joachim Meyerhoff

Joachim Meyerhoff: Schauspieler, Autor & Regisseur

Joachim Meyerhoff ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler und Schriftsteller seiner Generation. Geboren am 18. Juli 1967 in Homburg/Saar, wurde er durch seine langjährige Zugehörigkeit zum Wiener Burgtheater und durch seine autobiografische Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“ einem breiten Publikum bekannt. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen zu Joachim Meyerhoff: Wo wurde er geboren? Welche Stationen prägten seine Karriere? Und welche Auszeichnungen erhielt er für sein Werk?

Wo wurde Joachim Meyerhoff geboren und wo wuchs er auf?

Joachim Philipp Maria Meyerhoff wurde am 18. Juli 1967 in Homburg/Saar geboren. Er ist der jüngste von drei Söhnen des Psychiaters Hermann Meyerhoff (1932–1993) und der Krankengymnastin Susanne Meyerhoff. Seine Großmutter mütterlicherseits war die Schauspielerin Inge Birkmann. Meyerhoff wuchs in Schleswig auf, wo sein Vater ab 1971 als ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig war. Die Familie lebte in einem Gebäude auf dem Gelände der Klinik im Stadtteil Hesterberg. Mit 17 Jahren verbrachte er ein Austauschjahr in Laramie, Wyoming, USA. Während dieser Zeit starb sein zweitältester Bruder Martin 1985 bei einem Autounfall – ein Ereignis, das sein späteres Werk prägte.

Wie begann die Karriere von Joachim Meyerhoff?

Von 1989 bis 1992 absolvierte Meyerhoff seine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München. Nach Engagements am Staatstheater Kassel, in Bielefeld, Dortmund und an den Bühnen der Stadt Köln wurde er 2001 Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters Berlin, wo er auch Regie führte. 2002 wechselte er ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er bis 2005 verpflichtet blieb und in Inszenierungen von Jan Bosse, Sebastian Hartmann und anderen spielte.

Welche Bedeutung hatte das Wiener Burgtheater?

Ab September 2005 war Joachim Meyerhoff Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters – eine Verbindung, die über 13 Jahre hielt. Dort entstand sein prägendes Projekt „Alle Toten fliegen hoch“, ein autobiografisches Programm in sechs Teilen, das regelmäßig für ausverkaufte Häuser sorgte. Die ersten drei Teile wurden zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen. Nach der Spielzeit 2018/19 wechselte Meyerhoff an die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, wo er bis 2024 Ensemblemitglied war und seither als Gast auftritt. Am Deutschen Schauspielhaus Hamburg steht er weiterhin in einzelnen Produktionen auf der Bühne.

Was ist „Alle Toten fliegen hoch“?

„Alle Toten fliegen hoch“ ist Joachim Meyerhoffs autobiografisches Meisterwerk – zunächst als Bühnenprogramm, dann als Romanreihe. Von 2011 bis 2024 veröffentlichte er sechs Bände bei Kiepenheuer & Witsch in Köln. Der erste Band „Amerika“ erschien 2011 und erhielt den Franz-Tumler-Literaturpreis sowie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Der zweite Band „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ (2015) beschreibt seine Kindheit auf dem Anstaltsgelände in Schleswig. Weitere Bände: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (2016), „Die Lücke, die der Teufel lässt“ (2018), „Hamster im hinteren Stromgebiet“ (2020) und „Man kann auch in die Höhe fallen“ (2024). Im September 2020 thematisierte „Hamster im hinteren Stromgebiet“ auch den Schlaganfall, den Meyerhoff im Dezember 2018 in Wien erlitten hatte.

Welche wichtigen Theaterrollen spielte Meyerhoff?

Meyerhoffs Rollenrepertoire umfasst Klassiker und zeitgenössische Stücke. Am Schauspielhaus Zürich spielte er 2007 den Hamlet unter der Regie von Jan Bosse. Am Burgtheater war er in „Viel Lärm um Nichts“ (2007) als Benedict zu sehen, in „Professor Bernhardi“ (2011) und in „Die Kommune“ (2012). An der Schaubühne Berlin übernahm er 2021 die Titelrolle in „Das Leben des Vernon Subutex“ unter Thomas Ostermeier und 2023 den Trigorin in „Die Möwe“. Im Frühjahr 2023 kehrte er für Tschechows „Die Vaterlosen“ (Platonow) an die Münchner Kammerspiele zurück – eine Rolle, die das Feuilleton feierte. Die Zeit schrieb, Meyerhoff spiele den zynischen Dorfschullehrer „so überreif-desillusioniert, dass gerade in den Beziehungskatastrophen Momente heller Wahrhaftigkeit aufleuchten“.

Welche Auszeichnungen erhielt Joachim Meyerhoff?

Meyerhoffs Werk wurde vielfach ausgezeichnet. 2012 erhielt er den Nestroy-Theaterpreis als Bester Schauspieler für die Rolle des Erek in „Die Kommune“, 2017 erneut für „Die Welt im Rücken“. Die Fachzeitschrift Theater heute wählte ihn 2007, 2017 und 2023 zum Schauspieler des Jahres. Für seine literarische Arbeit erhielt er 2011 den Franz-Tumler-Literaturpreis, 2016 den Nicolas-Born-Preis, 2017 die Carl-Zuckmayer-Medaille und den Deutschen Hörbuchpreis, 2018 den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor, 2019 den Gustaf-Gründgens-Preis und den Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises. 2017 wurde er in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen. 2024 folgte der Literaturpreis für grotesken Humor.

Wie steht es um Meyerhoffs Gesundheit und aktuelle Projekte?

Im Dezember 2018 erlitt Joachim Meyerhoff in Wien einen Schlaganfall mit zeitweiliger Lämpung der linken Körperhälfte. Er verarbeitete diesen Einschnitt in seinem Roman „Hamster im hinteren Stromgebiet“ (2020). Im September 2026 musste Meyerhoff die Proben am Wiener Burgtheater für das Stück „König Ubu“ aus gesundheitlichen Gründen abbrechen, wie die Wiener Zeitung und die FAZ am 16. September 2026 berichteten. Sein Roman „Man kann auch in die Höhe fallen“ (2024) beschreibt den Umzug zu seiner Mutter aufs Land, um dort an einem Roman über das Theater zu schreiben.

Fazit

Joachim Meyerhoff verbindet Bühnenkunst und Literatur wie kaum ein anderer deutscher Künstler. Von der Otto Falckenberg Schule über das Burgtheater und die Schaubühne bis zu den Münchner Kammerspielen prägte er das deutschsprachige Theater über drei Jahrzehnte. Seine Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“ machte ihn zum Bestsellerautor und gab Einblick in eine von Tragödie und Humor geprägte Biografie. Mit Nestroy-Preisen, dem Bayerischen Buchpreis und der Aufnahme in die Akademie der Künste zählt er zu den meistgefeierten Künstlern seiner Generation – ein Schauspieler, der auch nach seinem Schlaganfall 2018 mit Werken wie „Hamster im hinteren Stromgebiet“ und „Man kann auch in die Höhe fallen“ weiterhin publikumswirksam schreibt und spielt.

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